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RTL-SHOP_

Seit März 05 ist die neue Shop-Musik auf Sendung. 30 Monate lief die erste Fassung auf über 18 verschiedenen TV-Sendern zum Teil rund um die Uhr. Die neue Version ist individueller und moderner als die vorige Produktion.

Welche Vorgaben hattest du für die Produktion?
Der Shop sollte moderner klingen als zuvor. Zusammen mit den neuen Grafikanimationen in blauen Farbtönen war das Ziel, den Look noch ansprechender zu gestalten. Die Längen wurden vorgegeben, alles andere war frei.

Das klingt nach Traumvorgaben für jeden Komponisten. Ist es ein Vorteil, mit freien Angaben zu produzieren?
Es ist viel wert wenn man sein eigenes Ding machen kann. Allerdings war die Produktion eine Gradwanderung. Jeder Shop sollte individuell und anders klingen. Aber trotzdem muß bei jedem Titel erkennbar sein, daß es die Shop-Musik ist. Bei zwölf verschiedenen Shops aus Indikativen und Trailern, Logoanimationen und Programmtafeln war das nicht immer einfach.

Wie hast du das umgesetzt?
Als erstes habe ich ein Audiologo produziert - bestehend aus einer bestimmten Tonfolge. Je kürzer und prägnanter umso besser. Ich habe die Erkennung auf drei Töne reduziert, wie es inzwischen bei fast jedem Sender üblich ist.

Bei drei Tönen in Folge sind die Möglichkeiten stark eingeschränkt?
Wichtiger als die Tonfolge sind die Sounds und der Background, mit denen man die Folge wiedergibt. Zusätzlich habe ich mit Soundeffekten den eigenen Shop-Charakter geformt. Das war dann eine Basis, mit der ich die Titel produziert habe. Jeder Shop beginnt zwar mit dem Logo, aber immer variiert gespielt mit verschiedenen Instrumenten.

Du verwendest viele unterschiedliche Instrumente. War das auch Teil der Vorgabe?
Es sollten viele echte Instrumente zum Einsatz kommen - nicht zuletzt, um von dem üblichen Dosensound im TV weg zu kommen. Durch die Instrumentenwahl erreicht man die nötigen Unterschiede zwischen den Shops. Der Rest macht das Arrangement. Für den Beauty-Shop lag eine weich gespielte Akustikgitarre nahe. Der Heimwerker-Shop rockt durch fetzige E-Gitarren. Der Küchen-Shop erinnert mit einem französischen Akkordeon an gute Küche. So ist jeder Shop individuell.

Wie nimmst du die Instrumente auf?
Ich habe fast alles selber gemacht. Bei kniffligen Stellen mit Hauptinstrumenten allerdings engagiere ich Studiomusiker. Mats Björklund, Studiogitarrist und Produzent aus München, hat die E-Gitarren gespielt. Das lief wirklich gut. Ich habe ihm Layouts per MP3 geschickt, zusammen mit einer Vorgabe für die Gitarren. Drei Stunden später hatte ich sein Einspiel auf meinem Rechner. Viel mehr Zeit konnte man sich auch nicht leisten.

Das klingt nach dem üblichen Zeitdruck. Gab es Schwierigkeiten?
Die Zeit war von Anfang an knapp. Am Ende ging es um Minuten. Zum Teil habe ich am Tag vier Minuten Musik produziert, und abends mußten die Titel in Köln im Schnitt sein. Aber gerade bei Zeitdruck ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren. Wenn man aus Zeitgründen Abstriche machen muß, dürfen die nicht zu Lasten der Qualität gehen. Bei dieser Produktion aber war von Seiten des Shops alles durchgeplant. Die Kommunikation mit den Verantwortlichen lief gut.

Wurden deine Stücke immer gleich akzeptiert, oder gab es auch Änderungswünsche?
Es kam vor, daß ganze Titel zurückkamen. Wenn die Titel aber abgenommen wurden, waren auch alle zufrieden. Keiner mußte sich in der Kürze der Zeit verbiegen.


Das Interview führte Frau Keluderwig.




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